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gaga 24. Juni 2004, 10:00
Guten Morgen.
Ist es die Regel, daß der Reinzeichner, bei zum
beisspiel einer Quark-Datei, die Überfüllung anlegt
(oder auch nur diese automatische "anklickt"),
oder ist es nicht sinnvoller diese Arbeit der Litho zu überlassen. Wie sind eure Erfahrungen?
Vielen Dank, Michael
7flo7 24. Juni 2004, 18:05
Hi Michael!
Viele Litho-Anstalten oder auch Agenturen arbeiten ja mit reinen, sündhaft teuren und zugegebenermassen gar mal nicht so schlecht arbeitenden Überfüllungs-Programmen. Wer sich um die Überfüllung kümmert, muss einfach vorher unmissverständlich abgesprochen werden. Es wäre dann sicher nicht von Nachteil, wenn sich ein "warer Könner" in Sachen Überfüllung bemüht, der damit ausreichend Erfahrung sammeln durfte. Was meinst Du?
Viele Grüsse
Flo
BigMac 24. Juni 2004, 23:46
Hallo gaga,
ist es nicht die Aufgabe eines "Reinzeichners", die Daten druckfertig auf zu bereiten bzw. zu erstellen? Würde es sonst nicht den Beruf überflüssig machen, wenn die Litho das übernimmt?
Erst einen Reinzeichner beschäftigen und dann seine Aufgaben von der Litho machen zu lassen ist ja wohl rausgeschmissenes Geld. Außerdem sollte die Überfüllung schon während der Erstellung berücksichtigt werden, sonst müsste man ja (speziell bei großen Machwerken) jede Seite noch einmal überarbeiten. Wer soll das bezahlen?
Solche Fragen kommen leider auf, weil
1. zu viele "Umgeschulte" in diesem Beruf arbeiten
2. die Ausbildung schlechter geworden ist
3. die Ausbildungsbetriebe das Wissen nicht vermitteln
können und Azubis als billige Arbeitskraft gesehen
werden.
Sorry, ich könnte mich noch weiter darüber auslassen, aber das muss auch mal gesagt werden.
BigMac
Achim Musall 25. Juni 2004, 08:18
Die Überfüllungsfunktionen von QuarkXpress sind nicht mehr auf der Höhe der Zeit und ausgesprochen fehleranfällig. Da sich mittlerweile der PDF-Workflow durchsetzt, greifen die automatischen Überfüllungen von Quark ohnehin nicht, da Quark die Angaben nicht in ein Composite-PDF schreiben kann.
In einem PDF-Workflow macht es heute definitiv mehr Sinn, wenn die PDF-Daten bei Bedarf in der Druckerei vor der Ausgabe überfüllt werden (z.B. mit SuperTrap von Heidelberger). Dann kann man direkt in der Druckerei entscheiden, welche Überfüllung für die gewählte Papiersorte ideal ist.
Kurze Einführung in die Überfüllung:
http://www.mediengestalter.info/thema12682.html
Gruß
Achim
BigMac 29. Juni 2004, 17:03
> ...wenn die PDF-Daten bei Bedarf in der Druckerei vor der Ausgabe überfüllt werden (z.B. mit SuperTrap von Heidelberger)
Wer hat das schon.. und vor allem: Litho heisst in dem Fall (so wie ich es verstanden habe) Belichtungsstudio - und die werden so eine Software mit ziemlicher Sicherheit nicht haben. So schön die Theorie auch ist - sie funzt meistens nicht.
BigMac
Achim Musall 05. Juli 2004, 07:24
In vielen Fällen sind Überfüllungen gar nicht notwendig. Das Thema wird häufig etwas dramatisiert.
Wenn man mit Überfüllungen arbeitet, dann sollte das allerdings auch professionell geschehen. Wie so etwas für ein Layoutprogramm aussehen kann, zeigt InDesign.
Die "quarksche" Überfüllung war mal recht fortschrittlich. Nur hat Quark seit Jahren daran kaum etwas geändert und viele Probleme bis heute nicht grundlegend gelöst. Ich habe viele Jahre als Reinzeichner mit Quark gearbeitet und die automatische Überfüllung bei vierfarbigen Drucksachen auf "0 pt" gestellt. Wenn notwendig habe ich dann manuelle Überfüllungen eingerichtet. Damit bin ich gut gefahren, ohne größere Passerprobleme im Druck zu haben und ohne mich mit der eigenwilligen Logik von QuarkXpress herumschlagen zu müssen. Mittlerweile arbeite ich mit Indesign und nutze Quark eigentlich nicht mehr.
Generell sollten in meinen Augen technische Aspekte der Druckvorlagenerstellung erst kurz vor der Ausgabe in der Druckerei erfolgen. Das gilt für das Ausschiessen, die Farbseparation und eben auch die Überfüllung. Das ist allein deshalb der bessere Weg, weil eine Druckerei viel besser abschätzen kann, welche Überfüllungsbreite und welcher Schwarzaufbau notwendig ist. Wenn eine Druckerei in die entsprechende Technologie nicht investieren möchte, dann muss sie das auch selbst verantworten.
Gruß
Achim
pufaxx 13. September 2004, 00:41
die überfüllung von indesign ist wirklich der brecher. womit ich früher in freehand etc. ewigkeiten rumgedoktort hab - das macht indesign schwuppdiwupp automatisch.
die ganzen geschichten wie (konstruiertes beispiel) hintergrund schwarz, darüber gelbes feld, quer über beides drüber eine hellblauer schriftzug... bei den standard-vorgaben spuckt indesign ein absolut perfektes pdf aus - alles an den richtigen stellen durchgeschnitten, mal überdruckende outline, mal unterfüllt - hut ab. da braucht man eigentlich echt nichts mehr zu tun.