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Künstlersozialabgabe an KSK

  1. Künstlersozialabgabe an KSK

    campsy 01. Oktober 2004, 13:08

    Hallo!
    Ich bin Mediendesign-Studentin und arbeite nebenbei freiberuflich im Bereich Screendesign. Mein Hauptauftraggeber ist eine Firma für die ich ausschließlich Bildbearbeitung mache, was künstlerisch nicht besonders anspruchsvoll ist. Nun hat mir die Sekretärin gesagt, dass ich auf meinen Rechnungen als Tätigkeit nicht mehr wie bisher "Bildbearbeitung" angeben soll, sondern "Allgemeine Bürotätigkeit", weil die Künstlersozialkasse eine Künstlersozialabgabe in Höhe von 4% verlangt. Ich soll auch alle bisher gestellten Rechnungen entsprechend "frisieren" und nachreichen.
    Wie ich mich nun informiert habe, verlangt die KSK diese Abgabe von den Unternehmern, die künstlerische Leistung in Anspruch nehmen, also unabhängig davon, ob ich über die KSK versichert bin oder nicht (bin ich nicht; ich bin bei der AOK als Studentin pflichtversichert).

    Jetzt bin ich unsicher, ob sich für mich dadurch Nachteile ergeben. Zum Beispiel beim Finanzamt: ich weiß nicht, ob ich meinen Status als Freiberufler aufrecht erhalten kann, wenn auf dem Großteil meiner Rechungen "Allgemeine Bürotätigkeit" steht. Oder falls ich doch mal in der KSK aufgenommen werden will (by the way: kann ich das schon als Studentin?) muss ich ja auch nachweisen, dass ich künstlerisch tätig bin. Anscheinend ist Bildbearbeitung dafür ausreichend (was mich sehr wundert). Mit "Allgemeine Bürotätigkeit" kann ich das natürlich vergessen.

    Was ratet Ihr mir?

  2. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    wahsaga 01. Oktober 2004, 13:35

    > Was ratet Ihr mir?

    beim finanzamt nachzufragen.

    ggf. auch gleich die pläne der firma bzgl. vorgehen allgemein und nachträgliches frisieren im besonderen erwähnen, was die davon halten :-)

  3. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    gooseman 01. Oktober 2004, 14:41

    Servus,

    "Künstlersozialkasse eine Künstlersozialabgabe in Höhe von 4% verlangt."

    Kann das mal einer bestätigen? Ist mir ja völlig neu...

    Gruss, gooseman

  4. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    campsy 01. Oktober 2004, 14:51

    Hier kann man das nachlesen:

    externer Linkhttp://www.kuenstlersozialkasse.de/index.cfm?E526EC25BC644FAE9121145F51EF2789

  5. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    schilke 01. Oktober 2004, 16:07

    > Wie ich mich nun informiert habe, verlangt die KSK diese
    > Abgabe von den Unternehmern, die künstlerische Leistung in
    > Anspruch nehmen, also unabhängig davon, ob ich über die
    > KSK versichert bin oder nicht

    das stimmt, weil nur so das System funktioniert: die Freiberufler zahlen lediglich das, was ein Arbeitnehmer an Arbeitnehmerbeitrag zahlt, somit muß ja der fehlende Teil (Arbeitgeberbeitrag) irgendwo herkommen.
    Wie das in der Praxis genau abläuft, kann ich nicht zu 100% sagen (ob das Unternehmen nur Angst hat, das ggf. zahlen zu müssen - oder definitiv zahlen muß), jedenfalls werden solche Unternehmen, die diese Art von Leistungen regelmäßig in Anspruch nehmen, definitiv (pauschal) zur Kasse gebeten, sonst könnte ja jeder nur noch ausschließlich mit Freiberuflern arbeiten, was zum einen das System der KSK als auch generell unser Sozialversicherungssystem zum Kippen bringen würde...

    > Jetzt bin ich unsicher, ob sich für mich dadurch Nachteile
    > ergeben

    im Zweifelsfall: Finger weg vom frisieren, weil

    > Zum Beispiel beim Finanzamt

    Probleme entstehen können (Anerkennung Freiberufler), die man gar nicht mehr beheben kann (einmal gewerblich - immer gewerblich) und hier

    > Oder falls ich doch mal in der KSK aufgenommen werden
    > will

    definitiv!

    > kann ich das schon als Studentin?

    das weiß ich leider nicht so genau - sollte aber gehen. Bei der KSK bleibst Du i.d.R. übrigens bei Deiner jetzigen KV versichert - die KSK fungiert da quasi als Mittler (oder Arbeitgeber)

    > Anscheinend ist Bildbearbeitung dafür ausreichend

    ganz so einfach ist das nicht - alles, was mit Design zu tun hat, wird schon sehr genau betrachtet - weil ja gerade hier die Grenzen zwischen "künstlerisch" und "gewerblich" mehr als fließend sind

    informier Dich - je eher desto besser... ;-)

    HTH
    schilke

  6. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    campsy 01. Oktober 2004, 17:31

    Danke für die Antwort!
    Ich war gerade bei der Sekretärin und habe ihr gesagt, dass ich die Rechnung nicht "frisieren" kann, weil ich sonst meinen Status als Freiberuflerin riskiere. Ihre Antwort: "...dann ziehen wir Ihnen die 4% ab." Ich habe ihr gesagt, dass das Unternehmen das zahlen muss und nicht der Freiberufler. Sie meinte daraufhin nur, dass sie das grundsätzlich nicht machen, dafür sei kein Budget vorgesehen. Ich werde nun zum Chef gehen müssen. Leider bin ich nicht besonders gut im argumentieren. Könnt ihr mir für dieses Gespräch vielleicht noch Tips geben? Ich hab bammel, dass die dann einfach Tschüss sagen. Diese Firma ist meine Haupteinnahmequelle...

  7. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    schilke 01. Oktober 2004, 17:44

    campsy,

    im Fall von Geschäftsbeziehungen gilt IMHO das Sprichwort nicht: hier ist Reden Gold und Schweigen nicht mal Silber...

    Also würde ich dem Chef klipp und klar sagen, wie die Situation ist: Du riskierst Deine Anerkennung als Freiberufler - und zwar, wenn's ganz blöd läuft, lebenslänglich. (Punkt)

    Die riskieren die Zahlung von 4% (oder müssen sie tätigen) - aber sicher nur solange, wie sie nachweislich die entsprechenden Kreativleistungen in Anspruch nehmen...

    Daß die Tätigkeit für Dich wichtig ist und daß Du unter anderen Umständen nicht im Traum daran denken würdest, unbeweglich zu sein, was die Vertrags- oder Arbeitsbedingungen angeht, kannst Du auch ruhig sagen - schieb' denen den "schwarzen Peter" zurück, den sie Dir unterjubeln wollen.

    Wenn die für die 4% kein Budget haben, kannst Du denen ja mal vorrechnen, wieviel Unterschied es auf's Jahr (oder besser auf 30 Jahre) macht, anstatt 50% Sozialversicherungsbeitrag 100% zahlen zu müssen.

    Wenn Du das berechtigte Gefühl hast (oder brauchbare Informationen), daß da jemand in den Startlöchern steht, Deine Aufträge zu übernehmen, dann mußt Du möglicherweise in den sauren Apfel beißen.
    Das gleiche gilt, wenn Du das Gefühl hast, Dein Gegenüber könnte Deine harte Haltung persönlich nehmen - aber das ist natürlich genaugenommen unprofessionell.

    Keiner kann und will es sich leisten, in so einer Frage hart zu bleiben - aber so werden natürlich die Preise kaputtgemacht und damit auch der Wert dieser Arbeit in's Bedeutungslose geschickt. Man muß sich eben selbst fragen, ob man an der Spirale mitdreht - und vor allem: bis zu welchem Punkt...

    Vielleicht fragen die Dich ja auch in einem halben Jahr, ob Du nicht für die Hälfte des Geldes schwarz für sie arbeiten willst...

    Es ist, wie so oft: die Entscheidung, ob Du bezüglich dieser 4% pokern kannst oder nicht, kann Dir keiner abnehmen.

    Von Deinem konkreten Problem mal abgesehen: der AGD bietet einen "Rahmentarifvertrag" für Design (ist auch von den unterschiedlichen Arbeitsgerichten bei Streitigkeiten anerkannt) - das wäre vielleicht auch für Dich interessant.
    Den gibt's aber nur in gedruckter Form und nicht kostenlos - die Investition sollte sich aber möglicherweise lohnen, da man immer eine Kalkulationshilfe - und auch gleich jede Menge Argumente in der Hand hat...

    AGD - Allianz deutscher Designer e.V.
    externer Linkhttp://www.agd.de/
    externer Linkhttp://www.agd.de/de/service/service.shtml

    Viel Erfolg!
    schilke

  8. Re: Künstlersozialabgabe an KSK

    schilke 01. Oktober 2004, 18:09

    und vielleicht gerade noch hinterher: ruf' mal an bei der KSK, sag' denen, daß Du Informationen haben möchtest und frag' einfach mal, ob Dich jemand ein wenig aufklären kann.

    Denen kannst Du sicher auch erzählen, was Dein Problem ist...

    Manchmal ist das naheliegende durchaus hilfreich.

    Ansonsten könntest Du ja auch noch den Spieß umdrehen: laß' doch jemand anders eine Rechnung fürDich schreiben - möglicherweise findet Dein Chef das aber auch nicht so prickelnd?

    schilke

 
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